In der letzten Zeit wurde mir über einen längeren Zeitraum, immer von derselben Person, wiederholt ein Verhalten und eine Absicht zugeschrieben, die nicht meiner eigenen Wahrnehmung entsprachen. Ich hatte das Gefühl, missverstanden zu werden und sah mich immer wieder mit Reaktionen konfrontiert, die mir völlig übertrieben erschienen. Durch diese Situation fühlte ich mich innerlich zunehmend in meiner Bewegungsfreiheit eingeengt.
An einem Punkt, an dem ich wirklich verzweifelt war über dieses Missverständnis, das sich immer mehr hochschaukelte, wandte ich mich an Gott.
Ich teilte ihm mit, dass ich mir des Verhaltens und der Absichten, die mir vorgeworfen wurden, absolut nicht bewusst war und es immer wieder überprüft hatte. Und ich hörte ihn sagen: „Ich sehe, dass du diese Absicht nicht hast.“
Sofort kehrte eine tiefe Ruhe in mir ein, und ich fühlte: „Gott weiß es, ich weiß es und das reicht.“
Etwas in mir hatte sich verändert.
Kurz darauf wurde mir, in der gemeinsamen Reflexion, die nun möglich war, klar, dass hinter dieser ganzen Situation etwas viel Tieferes lag:
Trotz der Vehemenz, die ich erlebte, war diese Situation ein liebevoller Spiegel des Lebens, der mir etwas Altes in mir zeigte, das ich bereits kannte, aber nicht hiermit in Verbindung gebracht hatte.
Gott führte mich durch diesen äußeren Konflikt zu einem inneren Schmerz aus meiner Kindheit, einem Gefühl des Ausgeschlossenseins, des Nicht-Dazugehörens. Damals hatte ich gelernt, mich in solchen Momenten still zurückzuziehen, um nicht noch mehr Ablehnung zu spüren. Dieses alte Muster war über die Jahre unbemerkt Teil meines inneren Reaktionssystems geworden.
Über Stunden stieg dieser alte Schmerz immer wieder auf und wollte gefühlt werden, mit der Enge im Brustkorb, dem Gefühl des Fallens in der Magengrube und der tiefen Traurigkeit dahinter.
Während ich einfach da blieb, in Präsenz und Mitgefühl, begann sich etwas zu verändern. Das Gefühl verlor an Schwere. Es wollte nicht bekämpft, sondern nur gesehen werden.
In diesem Moment des Erkennens geschah etwas Heilsames. Ich konnte einmal mehr fühlen, dass Gott mir zeigen wollte, dass ich diesen inneren Zustand, wenn er auftaucht, liebevoll erlauben darf, ohne mich selbst abzuwerten und ihm auszuweichen.
Dort, wo früher Rückzug und Verletztheit waren, entsteht nun mehr Raum, Frieden und immer tieferes Vertrauen.